Foto: julian hochgesang – unsplash.com

The only constant in life is change…

Der Spruch mag mittlerweile etwas abgedroschen klingen, aber er ist universell gültig: Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel. Darum erinnert uns auch Yoga dran: Nichts im Leben währt ewig. Dass sich alles stets verändert, wusste schon Buddha,

und im Buddhismus gibt es hierfür das Wort Anicca (Vergänglichkeit). Uns wird dieser stetige Wandel etwa durch die Jahreszeiten vor Augen geführt. Gerade beobachten wir, wie es langsam Frühling wird. Auch, wenn wir auf uns selbst schauen, fällt uns auf, dass sich alles ständig verändert: Körperlich fühlen wir uns heute wahrscheinlich anders als gestern. Wir sehen nicht mehr so aus wie vor 10 Jahren. Wir erleben und lernen auch persönlich jeden Tag viel Neues.

Machen wir uns die immerwährenden großen und kleinen Veränderungen bewusst. Das verhilft uns zu mehr Balance und Yoga kann uns dabei wunderbar unterstützen.

Warum uns Wandel Angst macht

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, so viel ist klar. Unser Gehirn liebt gewohnte und bekannte Situationen und Abläufe. Das gibt uns – evolutionsbedingt – Sicherheit und suggeriert uns somit bessere Überlebenschancen. Unser Gehirn muss dann nicht lange nachdenken, sondern spult quasi unbewusst erlernte Verhaltensmuster ab. Diese Routinen sparen viel Energie. Darum ist die Macht der Gewohnheiten auch so stark. Wissenschaftler gehen davon aus, dass zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns von Gewohnheiten bestimmt wird.

Die Vorliebe des menschlichen Gehirns für Bekanntes und Bewährtes erklärt auch unsere Angst vor Veränderungen. Veränderungen werden – zumindest unbewusst – oft mit Unsicherheit und somit Gefahr verbunden. Die entstehende Angst kann außerdem als Schutz vor Enttäuschung verstanden werden: selbst dann, wenn wir aktuelle Situationen als belastend und als nicht optimal empfinden. Es könnte ja alles noch viel furchtbarer sein!

Im schlimmsten Fall kann uns die Angst vor dem Unbekannten und das Festhalten an alten Gewohnheiten regelrecht blind machen für neue Chancen und Möglichkeiten, für neue Erfahrungen, für neue, vielleicht passendere und uns weiterbringende Verhaltensweisen – schlicht: für persönliches Wachstum. Auf der anderen Seite kann uns die Gewissheit, dass sich ohnehin alles stets verändert, in schwierigen Situationen auch zu mehr Gelassenheit und Balance verhelfen. Nur, wie können wir diese geistige Flexibilität und Offenheit erreichen?

Wie uns Yoga für den steten Wandel des Lebens sensibilisieren kann…

Yoga stellt uns gleich mehrere wunderbare Tools zur Verfügung, die uns dabei helfen, mit Veränderungen umzugehen und uns den steten Wandel der Dinge bewusst zu machen: Bei der Meditation beobachten wir z.B. Atemzug um Atemzug, wie die Ein- zur Ausatmung und diese wieder zur Einatmung wird – ein ewiger Kreislauf. In der Asana-Praxis gibt uns eben dieser tiefe Atem Halt, wenn es darum geht, herausforderungsvolle und als eher unangenehm empfundene Asanas für mehrere Atemzüge zu halten. Hierfür ist insbesondere das Yin Yoga ein wunderbarer Guru, da wir einzelne Asanas hier für mindestens 3-5 Minuten halten und dazu angeregt werden, die kleinen, feinen Veränderungen zu erspüren, die sich innerhalb dieser Zeit im Körper abspielen.

… und uns das stressresistenter und belastbarer macht!

Für mich persönlich sind diese Erfahrungen aus meiner Yogapraxis gerade Gold wert: Wenn ich schwangerschaftsbedingt wieder einmal schlecht geschlafen habe oder unter Rückenschmerzen leide, erleichtert es mir die Gewissheit, dass auch dies nur eine Phase ist, dennoch mit guter Laune und Leichtigkeit durch den Tag zu gehen. Aber auch alltägliche Ärgernisse führen bei mir viel seltener als früher zu starken emotional-dramatischen Reaktionen: Heute morgen steckte ich z.B. 50 Minuten im Fahrstuhl fest – hochschwanger, mit einem Hund, der noch nicht Gassi gegangen war und ansonsten Mutterseelen allein. Durch die Sicherheit zu wissen, dass auch diese Situation irgendwann durchgestanden sein würde, konnte ich die Zeit, bis irgendwann der Techniker kam, gut aushalten, ohne dabei hysterisch oder panisch zu werden. Ein bisschen stolz macht mich das schon!

In diesem Sinne laden wir Euch ganz herzlich dazu ein, mit Hilfe von Yoga ein besseres Gespür für die Allgegenwart und die Schönheit von Wandel und Veränderung zu entwickeln – auf der Matte und im Alltag. Ganz besonders ans Herz legen können wir Euch hierfür die neuen Klassen „Mindful Movement Yoga“, am Dienstag und Samstag, den „Slow Flow“ am Mittwoch oder auch „Long Slow Deep“ am Freitag. Wir freuen uns auf Euch!

Namaste, eure Laura Lademann

 

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